Eineiige vs zweieiige Zwillinge: der Unterschied

Eineiige vs zweieiige Zwillinge: der Unterschied

Eineiige vs zweieiige Zwillinge: Der ganze Unterschied hängt an einer einzigen Frage. Wie viele Eizellen haben die Schwangerschaft gestartet? Eineiige Zwillinge, auch monozygot genannt, entstehen aus einer einzigen befruchteten Eizelle, die sich teilt. Deshalb tragen sie fast 100 % dieselbe DNA. Zweieiige Zwillinge, also dizygot, entstehen aus zwei getrennten Eizellen mit je einem eigenen Spermium. Sie teilen nur rund 50 % ihrer DNA, nicht mehr als jedes andere Geschwisterpaar.

Dieser eine Punkt prägt alles Weitere: Geschlecht, Aussehen, Blutgruppe und sogar die Plazenta, in der sie heranwachsen. Hast du den Start verstanden, ergibt sich der Rest fast von selbst.

Wie beide Typen entstehen

Die Weichen werden ganz am Anfang der Schwangerschaft gestellt, und zwar bei jedem Typ anders.

Eineiige Zwillinge: eine Eizelle, die sich teilt

Ein Spermium befruchtet eine Eizelle. Wenige Tage später teilt sich der frühe Embryo in zwei Hälften, und beide behalten denselben genetischen Code. Genau deshalb haben eineiige Zwillinge dasselbe Geschlecht und sehen sich so ähnlich. Warum sich die Eizelle überhaupt teilt, ist bis heute ungeklärt. Es passiert offenbar zufällig, in etwa 3 bis 4 von 1.000 Geburten, und liegt nicht klar in der Familie.

Zweieiige Zwillinge: zwei Eizellen, zwei Spermien

Manchmal reifen in einem Zyklus zwei Eizellen statt einer heran. Befruchten zwei verschiedene Spermien sie, wachsen zwei Embryonen nebeneinander, jeder mit seiner eigenen Genmischung. Darum können zweieiige Zwillinge zwei Jungen, zwei Mädchen oder ein Paar aus beiden sein. Sie sind Geschwister, die zufällig gleichzeitig einen Bauch geteilt haben, genetisch nichts anderes als Brüder und Schwestern mit Jahren Abstand.

Zwei Eizellen auf einmal freizugeben, Hyperovulation genannt, kann über die Mutter in der Familie liegen. Das ist ein Grund, warum zweieiige Zwillinge der häufigere der beiden Typen sind.

Eineiige vs zweieiige Zwillinge im direkten Vergleich

Was diese zwei Startpunkte konkret bedeuten, zeigt die Tabelle.

MerkmalEineiig (monozygot)Zweieiig (dizygot)
Eizelle und SpermiumEine Eizelle, ein SpermiumZwei Eizellen, zwei Spermien
Geteilte DNAFast 100 %Rund 50 %
GeschlechtFast immer gleichKann verschieden sein
AussehenAuffallend ähnlichÄhnlich oder verschieden
BlutgruppeGleichKann abweichen
Plazenta und ChorionKann geteilt seinMeist getrennt
Häufigkeit3 bis 4 pro 1.000 GeburtenHäufiger
Liegt in der FamilieNein, wohl zufälligJa, über die Mutter
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Die kniffligen Fälle, nach denen alle fragen

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Können eineiige Zwillinge verschiedene Geschlechter haben?

Fast nie. Weil sie aus einer Eizelle stammen, teilen eineiige Zwillinge normalerweise dieselben Geschlechtschromosomen. Die seltenen Ausnahmen gehen auf Chromosomenanomalien zurück, etwa wenn ein Zwilling früh ein Y-Chromosom verliert. Solche Fälle gibt es, doch sie sind extrem selten. Ein Junge und ein Mädchen sind praktisch immer zweieiig.

Können zweieiige Zwillinge gleich aussehen?

Ja, sie können sich erstaunlich ähneln, so wie sich Geschwister eben manchmal gleichen. Dieselben Augen, dasselbe Lächeln, dieselbe Größe. Doch gleich aussehen ist nicht dasselbe wie genetisch identisch sein. Zweieiige Zwillinge, die als Kopien durchgehen könnten, teilen trotzdem nur rund die Hälfte ihrer DNA. Ihre Ähnlichkeit ist eine Familienähnlichkeit, kein genetischer Treffer.

Neugeborene Zwillinge schlafen nebeneinander, in Creme und Salbei gewickelt

Spiegelbild-Zwillinge und andere Untertypen

Manchmal werden eineiige Zwillinge als Spiegelbilder beschrieben. Etwa ein Viertel der eineiigen Paare zeigt gespiegelte Merkmale: Einer ist Rechtshänder, der andere Linkshänder, oder ein Muttermal sitzt auf der jeweils anderen Seite. Das passiert eher, wenn sich die Eizelle etwas später als üblich teilt. Es ist ein Merkmal mancher eineiiger Zwillinge, kein eigener Typ.

Noch seltener sind zusammengewachsene Zwillinge, wenn die Teilung unvollständig bleibt. All das fällt unter eineiig, denn alles beginnt mit einer Eizelle.

Wie du sie sicher auseinanderhältst

Eltern wollen oft eine klare Antwort, und das Aussehen allein liefert sie nicht. Zwei Babys können fast gleich aussehen und zweieiig sein oder sich leicht unterscheiden und eineiig sein.

Die Plazenta gibt einen Hinweis. Teilten sich die Zwillinge klar eine innere Hülle, das Chorion, sind sie eineiig. Getrennte Plazenten beweisen aber nichts, denn auch eineiige Zwillinge können getrennte haben. Deshalb lässt sich die Frage aus der Geburt allein oft nicht klären.

Die einzig sichere Methode ist ein DNA-Zygositätstest. Ein einfacher Wangenabstrich pro Zwilling vergleicht die genetischen Marker: Ein nahezu perfekter Treffer heißt eineiig, ein Treffer auf Geschwisterebene heißt zweieiig. Es ist dieselbe Logik wie bei einem Vaterschaftstest und räumt jeden Zweifel aus.

Noch ein Punkt zur Klärung: Der Zwillingstyp ist eine andere Frage als deine Chance, überhaupt Zwillinge zu bekommen. Fragst du dich nach den Chancen, führt dich unser Ratgeber dazu, ob du Zwillinge bekommst und welche Genetik dahintersteckt, durch das Thema.

Und wenn du schon schwanger bist und auf erste Zeichen achtest, zeigt dir der Beitrag zu Anzeichen und Chancen einer Zwillingsschwangerschaft, worauf du achten kannst.

FAQ

Haben eineiige Zwillinge dieselben Fingerabdrücke?

Nein. Ihre DNA ist gleich, doch Fingerabdrücke entstehen teils durch kleine Bewegungen im Bauch. Selbst eineiige Zwillinge haben deshalb verschiedene Abdrücke. Dasselbe gilt für Sommersprossen und andere feine Details.

Sind eineiige oder zweieiige Zwillinge häufiger?

Zweieiige Zwillinge sind häufiger. Sie machen auch den Großteil des Anstiegs bei Zwillingsgeburten aus, der mit Kinderwunschbehandlung und mit späteren Geburten zusammenhängt. Beides erhöht die Chance, dass zwei Eizellen freigegeben werden.

Kann man den Zwillingstyp im Ultraschall erkennen?

Manchmal, aber nicht immer. Ein früher Ultraschall zeigt, ob die Zwillinge ein Chorion teilen, was auf eineiig hindeutet. Getrennte Hüllen lassen die Frage jedoch offen. Eine sichere Antwort braucht oft einen DNA-Test nach der Geburt.

Liegen zweieiige Zwillinge in der Familie?

Die Neigung, zwei Eizellen freizugeben, kann über die Seite der Mutter vererbt werden. Deshalb häufen sich zweieiige Zwillinge in manchen Familien. Eineiige Zwillinge treten dagegen offenbar rein zufällig auf.

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